Professur für Bildungssoziologie


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Marianne Rychner

Bild von Marianne RychnerDr. rer. soc & lic. phil. hist., Dozentin

 

Marianne Rychner hat nach Abbruch des Gymnasiums in Bern in verschiedenen Bereichen u.a. im Journalismus gearbeitet und 1988 die Matura auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt. Das anschliessende Geschichtsstudium in Bern hat sie 1997 abgeschlossen mit einem Lizentiat über den Wandel von Männlichkeitsbildern im 19. Jahrhundert in der Schweiz.
1998 bis 1999 war sie als Projektleiterin einer historischen Ausstellung über das Spannungsfeld von Geschichte und Erinnerung an den 2. Weltkrieg tätig und hat dann fast 10 Jahre in der kantonalbernischen Verwaltung als wissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet: 1998 bis 2002 in der Gesundheits- und Fürsorgedirektion, 2002 bis 2007 in der Finanzkontrolle Abteilung Sonderprüfung & Recht, 2005 bis 2007 überdies als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der pädagogischen Hochschule Bern im Forschungsprojekt: Fachmodelle Textiles Gestalten. Theoriebildung und ihre Rezeption in der Praxis.

 

Parallel zur Berufstätigkeit hat Marianne Rychner das interdisziplinäre, interuniversitäre Graduiertenkolleg Wissen - Gender - Professionalisierung. Geschlechterbeziehungen und soziale Ordnung der Universitäten Basel, Bern, Genf und Zürich absolviert und im Jahr 2005 promoviert zum Thema: Die unsichtbare Hand in der ärztlichen Praxis. Soziologische Materialstudien zur Unterscheidung von Markt- und Professionslogik (Erstgutachterin Claudia Honegger, Zweitgutachter Ulrich Oevermann).

 

Marianne Rychner ist Mitinhaberin des Büros für Sozioanalyse und seit 2007 in einem Teilzeitpensum an der Hochschule Luzern Wirtschaft als Dozentin im Bachelorstudiengang tätig (wissenschaftliches Arbeiten, qualitative Sozialforschung).

 

Seit Herbst 2012 arbeitet sie mit einem 40%-Pensum als Dozentin an der Professur Bildungssoziologie mit Schwerpunkt bildungssoziologische Veranstaltungen im Institut Spezielle Pädagogik und Psychologie ISP (Sonderpädagogik, Logopädie, Berufspraktische Studien und Wahlmodule bzw. interdisziplinäre Studien) sowie in den Berufspraktischen Studien am Institut Sek I. In einem Teil des Pensums führt sie Lehrveranstaltungen in Kasuistik-Modulen an der Hochschule für Soziale Arbeit der FHNW durch.

 

Ihre Arbeits- und Interessenschwerpunkte sind gegenstandsbezogene, fallrekonstruktive Analysen zu folgenden Themenbereichen:

 

  • Professionalisierungs- und Deprofessionalisierungsprozesse in therapeutischen und pädagogischen Berufen
  • Unterschiedliche Muster in Diagnostik und Problembearbeitung durch verschiedene Berufsgruppen im pägagogischen Feld, z.B. Normal- und Sonderpädagogik, schulpsychologischer Dienst, Schulsozialarbeit
  • Aktuelle Tendenzen im Schulfeld (pädagogische „Verträge", Selbstbeurteilungspflicht, Umgang von Lehrerinnen und Lehrern mit wechselnden Vorgaben zur Ausübung ihrer Tätigkeit)
  • Voraussetzungen für pädagogische Arbeitsbündnisse, insbesondere unter der Bedingung von Inklusion und Integration

 

Mitgliedschaften

  • Arbeitsgemeinschaft objektive Hermeneutik e.V., Frankfurt am Main (Vorstandsmitglied)
  • Schweizerische Gesellschaft für Soziologie

Lehrveranstaltungen an der PH n/w

  • Masterstudiengang Sonderpädagogik: Vorlesung Bildungs- und Medizinsoziologie 1 & 2 (seit 2011)
  • Bachelorstudiengang Logopädie: Seminar Bildungssoziologie 1 & 2 (seit 2012)
  • Berufspraktische Studien: Reflexionsseminare Fokus Schule Sek I (seit 2012, jeweils FS und HS)
  • Qualitative Forschungsmethoden (Institut Forschung und Entwicklung), gemeinsam mit Daniel Blumer (FS 13)
  • Wahlmodul ISP: Fallrekonstruktive Verfahren für Forschung, Supervision und Berufspraxis, gemeinsam durchgeführt mit Prof. em. Dr. Ulrich Oevermann (FS 13)
  • Berufspraktische Studien ISP: Reflexionsseminar Sonderpädagogik (HS 13 und HS 14)
  • Interdisziplinäre Studien im Masterstudiengang Sonderpädagogik: Differenzbegriff und Fallverständnis: Theoretische Zugänge zu pädagogischen Praktiken, gemeinsam mit Dr. Susanne Burren (FS 15)

Publikationen

Bildungssoziologie & pädagogisches Handeln

  • Rychner, Marianne (2016). Schülerische Autonomie im Scheitern pädagogisch abverlangter Selbstpräsentation. In: Pädagogische Korrespondenz. Zeitschrift für kritische Zeitdiagnostik in Pädagogik und Gesellschaft. Heft 53, Opladen und Toronto: Budrich UniPress, S. 75-92.
  • Rychner, Marianne (2015). Achtsamkeit und Stille. Oder einfach etwas mehr Aufmerksamkeit? In: Education permanente EP. Schweizerische Zeitschrift für Weiterbildung, 2015, Nr. 4, Zürich: SVEB, S. 28-29.
  • Rychner, Marianne (2015). Inklusion als Gegenbewegung zu Exklusion oder als Einschluss in Max Webers „stahlhartes Gehäuse“? In: Kluge, S. et al (Hrsg.): Inklusion als Ideologie. Jahrbuch für Pädagogik Band Nr. 30, 2015. Frankfurt am Main: Peter Lang-Verlag, S. 175 – 185.
  • Rychner, M. (2014). Herkunft, Sprache, Bildung: Neue Blicke auf einen alten Text. In: inklusive. Zeitschrift aus dem Institut Spezielle Pädagogik und Psychologie ISP der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz. 4. Jg. S. 30-31. Download Artikel Download Zeitschrift
  • Rychner, M. (2014). Wo die Lösung zum Problem wird. Pädagogische Verträge und Zielvereinbarungen als Irritationsquellen von Arbeitsbündnissen. In: Behindertenpädagogik. Vierteljahresschrift für Behindertenpädagogik und Integration Behinderter in Praxis, Forschung und Lehre. 53. Jg. (2). S. 175-190. Download Artikel
  • Rychner, M. (2013). Überlegungen zur Differenz zwischen Zielvereinbarungen und Arbeitsbündnissen in pädagogischen und therapeutischen Konstellationen. In: Inklusive. Zeitschrift aus dem Institut Spezielle Pädagogik und Psychologie ISP der Pädagogischen Hochschule FHNW. 3. Jg. Download Artikel Download Zeitschrift
  • Eichelberger, E., Rychner, M. (2008). Textilunterricht. Lesarten eines Schulfachs. Theoriebildung in Fachdiskurs und Schulalltag, Zürich: Verlag Pestalozzianum an der Pädagogischen Hochschule Zürich und Schneider Verlag Hohengehren.
  • Magnin, C. & Rychner, M. (2001). Wenn in den Sternen steht, wie SchülerInnen funktionieren. In: Magazin für Schule und Kindergarten Nr. 124, vpod: Zürich, S. 8-11.

Professionalisierung therapeutischer und pädagogischer Berufe

  • Rychner, Marianne (2015). Der sokratische Eid, professionalisierungstheoretisch gelesen. In: Bühler, Caroline et al.: Journal für LehrerInnenbildung Nr. 3/2015, 15. Jahrgang, Wien: Facultas Verlag. Link
  • Rychner, M. & Küchler, N. (2014). Überlegungen zur Professionalisierung der Heilpädagogischen Früherziehung. In: Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik. 20. Jg. (6). S. 5-11.
  • Rychner, M. (2006). Grenzen der Marktlogik. Die unsichtbare Hand in der ärztlichen Praxis, Wiesbaden: VS-Verlag.
  • Rychner, M. (2003). Profession und Werbung. Sequenzanalytische Interpretation der Selbstdarstellung eines ‚Gesundheitszentrums'. In: Honegger, C., Liebig, B., Wecker, R. (Hrsg.): Wissen - Gender - Professionalisierung. Historisch-soziologische Studien, Zürich: Chronos-Verlag, S. 65-85.

Kultursoziologie

  • Rychner, Marianne (2016). Was das Gute auch in der Soziologie verloren - und vielleicht auch gefunden hat. Bulletin der Vereinigung der Schweizerischen Hochschuldozierenden, 2016 (1 / 2016), 20-23.
  • Rychner, M. (2008). Irritierende Begegnungen mit mir selbst. In: Sutterlüty, F., Imbusch, P. (Hg.). Abenteuer Feldforschung. Soziologen erzählen, Frankfurt/New York: campus Verlag, S. 243-249.
  • Arni, C., Glauser, A., Müller, Ch., Rychner, M., Schallberger, P. (Hrsg.) (2007). Der Eigensinn des Materials. Erkundungen sozialer Wirklichkeit. Festschrift für Claudia Honegger zum 60. Geburtstag, Frankfurt am Main und Basel: Stroemfeld Verlag.
  • Rychner, M. (2007). Buchprüfung. Eine aktuelle Variation von ‚Wirtschaft und Gesellschaft'. Und von ‚Luxus und Kapitalismus'. In: Arni, C. et al. (Hrsg.). Der Eigensinn des Materials. Erkundungen sozialer Wirklichkeit. Festschrift für Claudia Honegger zum 60. Geburtstag, Frankfurt am Main und Basel: Stroemfeld Verlag, S. 321-340.
  • Magnin, C. & Rychner, M. (1999). Ohnmacht - Allmacht. Zur Strukturlogik der Esoterik. In: Die Psychotherapeutin - Psychotherapie und Sozialpsychiatrie Nr. 11, Bonn: Edition Das Narrenschiff im Psychiatrie-Verlag, S. 79 - 96.
  • Magnin, C., Rychner, M. (1996 / 2. Auflage 2001). Ohnmacht - Allmacht. Zur Strukturlogik der Esoterik. Schriftenreihe Kultursoziologie, Bern: Institut für Soziologie.

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Umbrüche

  • Egger, J. & Rychner, M. (2010). „Wir bekommen jetzt die Retourkutsche". In: Honegger, C., Neckel, S., Magnin, C.. Strukturierte Verantwortungslosigkeit. Berichte aus der Bankenwelt, Berlin: edition suhrkamp.
  • Egger, J. & Rychner, M. (2010). „Man hat es verkauft, weil es gut getönt hat. Zack! Bumm! Fertig! Schluss!". In: Honegger, C., Neckel, S., Magnin, C.. Strukturierte Verantwortungslosigkeit. Berichte aus der Bankenwelt, Berlin: edition suhrkamp.
  • Honegger, C., Rychner, M. (Hrsg.) (1998). Das Ende der Gemütlichkeit. Strukturelles Unglück und mentales Leid in der Schweiz, Zürich: Limmat Verlag.
  • Rychner, M. (1998). Salon Luisa: Erfahren, Schweizerin, ohne Zeitdruck. In: Honegger, C. , Rychner, M.: Das Ende der Gemütlichkeit - Strukturelles Unglück und mentales Leid in der Schweiz, Zürich: Limmat Verlag, S. 105-114.
  • Bühler C., Rychner, M., (1998). Grenzen des Haushaltens. Die Kämpfe einer Mutter gegen die Abhängigkeit. In: Honegger, C. , Rychner, M.: Das Ende der Gemütlichkeit - Strukturelles Unglück und mentales Leid in der Schweiz, Zürich: Limmat Verlag, S. 199-209.
  • Gass, T., Rychner, M. (1998). Grenzfahrten. Mit dem Lastwagen durchs Alpenmassiv. In: Honegger, C. , Rychner, M.: Das Ende der Gemütlichkeit - Strukturelles Unglück und mentales Leid in der Schweiz, Zürich 1998, S. 310-320.

Körpergeschichte der Männlichkeit

  • Rychner, M. (1999). Frau Doktorin besichtigt die Männerwelt - ein Experiment aus dem Jahr 1883 zur Konstruktion von Männlichkeit im Militär. In: Eifler, Ch. / Seifert, R. (Hrsg.). Soziale Konstruktionen - Militär und Geschlechterverhältnis. Reihe 'Forum Frauenforschung', Band 11, Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot, S. 94-109.
  • Rychner, M. (1999). Männlichkeit, Nation und militärdiensttauglicher Körper in der Schweiz um 1875. In: Medizin, Gesellschaft und Geschichte (MedGG), Jahrbuch des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung, Band 18, Stuttgart: Franz Steiner Verlag, S. 37 - 56.
  • Däniker, K., Rychner, M. (1995). Unter ‚Männern'. Geschlechtliche Zuschreibungen in der Schweizer Armee zwischen 1870 und 1914. In: Jaun, R., Studer, B. (Hrsg.): weiblich - männlich. Geschlechterverhältnisse in der Schweiz: Rechtsprechung, Diskurs, Praktiken; Tagungsband der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Zürich: Chronos-Verlag, S. 159-170.

Vorträge

28. November 2014: "Ich weiss es nicht " - Wie ein Fragebogen zur Selbstbeurteilung eine Schülerin zwingt, sich selbst zu dementieren. Vortrag am Forschungstag der PH n/w im Workshop "Fallrekonstruktive Methodik in der Unterrichtsforschung".


21. Juni 2013: Referat gemeinsam mit Svantje Schumann, PH Freiburg i. Br., an der Netzwerktagung „Kultur- und Sozialwissenschaften an pädagogischen Hochschulen zum Thema "Das Potential qualitativer Sozialforschung für Erziehung, Schule und Bildungswesen" an der Pädagogischen Hochschule Zürich: Kompetenzmessung durch Tests. Fallrekonstruktive Erschliessung der Implikationen eines gängigen Instruments.

 

31. Mai 2013 in Zofingen: Referat anässlich der Mitgliederversammlung Berufsverband Heilpädagogische Früherziehung BVF zur Frage der Professionalisierung der Heilpädagogischen Früherziehung

 

21. März 2012 in Bern: Gastreferat an der Generalversammlung der Sektion Bern des Schweizerischen Berufsverbandes der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) zum Thema: Ökonomisierung oder Professionalisierung?

 

24. September 2011: Referat anlässlich der 21. Tagung der ‚Arbeitsgemeinschaft objektive Hermeneutik' in Frankfurt am Main zum Thema: Analyse eines ausgefüllten Fragebogens zur „Selbstbeurteilung" für Kinder in der obligatorischen Schule.

 

5. Mai 2010: Das Ende der Gemütlichkeit. Der Begriff der Leistung in biographischen Erzählungen und aktuellen Diskursen. Vortrag vor dem Ethischen Forum Binningen-Bottmingen.

 

14. April 2010: Wirtschaft und Gemeinschaft - Fragen und Forschungsperspektiven. Vortrag gemeinsam mit Chantal Magnin im Kolloquium Theorie und Kultursoziologie am Institut für Soziologie der Universität Bern

 

27. Oktober 2009: Referat zum Thema „Wer braucht eigentlich Beratung? Soziologische Überlegungen zu Freiwilligkeit und Zwang" im Rahmen des Zürcher Forums Sucht und Drogen 2009.

 

30. September 2008: Welche Werte vertritt die Drogenhilfe wirklich? Eine Sprachanalyse. Referat im Rahmen des Zürcher Forums Sucht und Drogen 2008.

 

5. Juli 2006: Leitung von workshops über ‚Umbrüche, Schicksale und deren Deutung: Unterschiedliche Dimensionen vom Ende der Gemütlichkeit' anlässlich der Summer School der Fachhochschule Nordwestschweiz für Soziale Arbeit in Olten zum Thema ‚Armut und soziale Ungleichheit. Theoretische, empirische und handlungsorientierte Zugänge zu Armut'.

 

18. Oktober 2005: Ärztliches Professionsethos und sein Sinn in der Praxis. Atelierreferat am Kongress der Pädagogischen Hochschule Bern zum Thema ‚Professionelles Handeln im Lehrberuf'.

 

24. September 2005: Referat anlässlich der 15. Tagung der ‚Arbeitsgemeinschaft objektive Hermeneutik' in Frankfurt am Main zum Thema: ‚Forschungssubjekt und -objekt in einem - Methodologische Überlegungen zu einem Selbstversuch'.

 

15. September 2001: Referat anlässlich der 10. Tagung der ‚Arbeitsgemeinschaft objektive Hermeneutik' in Frankfurt am Main zum Thema: ‚Dokumentationsmappe eines Gesundheitszentrums. Versuch der Interpretation von Bild und Text'.

 

22. November 1996: Referat gemeinsam mit Kathrin Däniker anlässlich der Ringvorlesung ‚Krieg und Geschlecht' an der Universität Wien zum Thema: ‚Unter ‚Männern': Geschlechtliche Zuschreibungen in der Schweizer Armee zwischen 1870 und 1914'.